Es ist gerade 5:30 Uhr morgens und ich sitze hier in unserer Küche und schreibe. Ich bin seit anderthalb Stunden wach. Vor mir steht ein doppelter Espresso, ich brauche Streichhölzer für meine Augen und unsere Kinder toben um mich herum. Ach so, hatte ich erwähnt das es Samstag ist? Jedenfalls ist das sogar für unsere Verhältnisse früh. Irgendwie musste ich der Situation gerade was Positives abgewinnen und erinnerte mich an die Sonnenaufgänge im letzten Urlaub und den Nebel in den Tälern der Pyrenäen.

Es hat mich dann jetzt gerade auch inspiriert, einmal über unseren Tagesablauf im Urlaub zu schreiben. Einen Frühaufsteher Tagesablauf. Irgendwie ist es vielleicht auch ein Plädoyer gegen langes Schlafen im Urlaub. Eigentlich surreal, denn genau jetzt würde ich am liebsten im Bett liegen.

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Zum Hintergrund, der Frühaufsteher ist eigentlich unser Sohn, der es in den letzten Jahren auf die gesamte Familie übertragen hat. Heute waren es allerdings beide Kinder, denn unsere Kleine bekommt gerade wieder Zähne. Unser Sohn steht immer spätestens um 5:00 – 6:00 Uhr auf und beschäftigt sich glücklicherweise zwischenzeitlich in seinem Zimmer selber. In der Enge eines Kastenwagens bzw. Wohnmobils funktioniert das natürlich nicht. Im Urlaub verschläft aber auch sein Frühaufstehergen etwas, aber unsere Familie ist in der Regel trotzdem um spätestens 7:00 – 7:30 Uhr wach und fit.

Interessant ist es immer zu beobachten, das sich um einen herum noch überhaupt gar nichts tut. Stehen wir auf Campingplatz oder Stellplatz so liegt um 8:00 Uhr immer noch die Dustglocke der Nacht über allem. Keine Stimmen, kein Kindergebrüll (außer vielleicht unseren). Man hört eher das Zirpen der Grillen, die Brandung des Meeres, das Rauschen des Windes in den Bäumen. Und das obwohl zwischen Zelten und Wohnmobilen nahezu keinerlei Schallschutz herrscht. Na ja, eventuell hört man schon mal ein Schnarchen von der Nachbarparzelle.

Wir versuchen dann auch, unsere Kinder etwas zu bändigen um uns nicht dem Unmut der „Nachbarn“ auszusetzen. Eben denen, die ein anderes Urlaubsmodell bevorzugen und im Urlaub häufig keinerlei Verständnis für Frühaufsteher wie uns haben: Animation und Spaß bis spät in die Nacht und langes Schlafen. Aber hey, für andere ist es eben Lebensqualität, später aufzustehen. Jedem natürlich das seine!

Wir nutzen den frühen Morgen dagegen. Irgendwie ist der frühe Morgen die beste Zeit des Tages. Man fühlt sich viel freier, präsenter, voller Tatendrang und Energie. Meistens zumindest! Wir genießen die Sonnenaufgänge, die Leere am Strand und auch die sanitären Anlagen. Sofern wir gerade auf dem Campingplatz stehen und welche vorhanden sind. Häufig haben wir in der Früh wirklich alles für uns alleine. Selten treffen wir andere Frühaufsteher.

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Wer im Urlaub früh aufsteht, hat zudem früh sein Frühstück auf, kann also früh losfahren. Zumindest wenn er nicht schon da ist, wo er hin will, weil er dort übernachtet hat. Einfach formuliert: Wir sind nämlich dann da, wo alle hin wollen, aber eben noch nicht da sind. Wir haben die schönsten Strände und Sehenswürdigkeiten für uns alleine. Alles eine Frage des Timings! Ich kann tolle Fotos schießen und habe keine Massen an anderen Touristen in meinem Sucher.

Wenn wir dann gegen Mittag wieder weiter ziehen, dann kommt uns häufig eine Karawane an Menschen oder Autos entgegen. Dann kommen alle, die die Nacht zum Tage gemacht haben. Als Frühaufsteher schwimmen wir da gegen den Strom! Irgendwie hat das was, passt zu uns, denn wir kaufen auch gerne antizyklisch ein.

Unsere Kinder lassen sich dann gerne durch die Autofahrt in den Schlaf schaukeln. Wir haben gegen Mittag also meist Ruhe vor den Rücksitzrabauken und tingeln durch die Lande. Eine Stunde etwa, dann wollen die Kinder wieder Action. Die Batterien bei den Kindern sind nun wieder voll und wollen entladen werden. Häufig haben wir dann schon das nächste Ziel erreicht. Wir versuchen immer nur kurze Etappen zu hüpfen.

Wenn dann alle anderen da sind, wo wir schon waren, sind wir da, wo wir hin wollen. Entweder an einer zweiten Wegmarke oder genau da, wo wir vorhaben zu übernachten. Campingplatz, Stellplatz, Gebirgsbach, Strand, See oder Parkplatz in der Nähe einer Sehenswürdigkeit. Gegen Nachmittag nicht zwingend leer und einsam, häufig aber abends, wenn alle wieder woanders sind. Wir sind schon so manches Mal auf überfüllte Parkplätze gefahren und hatten zwei Stunden später den Platz nahezu für uns alleine. Am nächsten Morgen sind wir dann die Ersten. Keine Warteschlangen, kein Stress, alles gut! Der Familienfrieden gewahrt. Stehen wir stattdessen auf Camping- oder Stellplatz kommen erst gegen Abend alle oder eben wieder. Dann wird es voll und wuselig und meistens bis spät in die Nacht! Nur nicht bei uns!

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Abendessen gibt es bei uns im Urlaub zwischen 18:30 und 19:00 Uhr. Unsere Kinder dürfen im Urlaub so lange aufbleiben wie Sie wollen oder bis wir merken, dass die Stimmung kippt. Zwischen 20:00 und 21:00 Uhr ist das meist soweit. Häufig gehen die beiden aber eher freiwillig in die Koje. Urlaub und Reisen und Sachen bestaunen macht unglaublich müde. Trotz Mittagsschlaf!

Wir genießen dann die Stille, ein Bier, einen Wein. Nehmen den Kindle zur Hand oder quatschen ein wenig. Michaela strickt zudem gerne. Diese Zeit braucht man, um runter zu kommen, um den Tag zu verarbeiten. Zwischen 22:00 du 23:00 Uhr hauen wir uns dann auch hin. Wir wissen, wann es wieder losgeht, ob wir wollen oder nicht, ob wir ausgeschlafen sind oder nicht. Unsere Kinder nehmen da keine Rücksicht… auf geht’s, wir sind Frühaufsteher! Und im Urlaub sogar sehr gerne…

Also, schlaft lange und lasst uns den Morgen oder probiert es doch selber mal aus. Früh aufstehen und ohne Menschenmassen die schönsten Städte und Sehenswürdigkeiten genießen…

Tagesablauf im Überblick, wenn wir Weg schaffen wollen:

Beispielhaft, kann je nach Ort und Geschehen völlig anders sein. Eben wenn man eine Stadt erkundet, nur einen kurzen Hüpfer macht oder einen Tag überhaupt nicht fährt.

6:30 / 7:30 Uhr: Alle sind wach

8:00 Uhr: Alle haben gefrühstückt, es geht los.

9:00 Uhr: Wir sind an der ersten Wegmarke und haben mit hoher Wahrscheinlichkeit alles für uns alleine!

11:30 Uhr: Wir sind wieder am Wagen, es wird gekocht und gegessen.

12:30 Uhr: Wir fahren weiter, die Kinder machen meist einen Mittagsschlaf, schlafen durch das Geschunkel beide ein.

14:00 Uhr: Die Kinder sind wieder wach, wir sind an der zweiten Wegmarke. Es wird geschwommen oder was besichtigt. Ist es eine Touristenattraktion? Dann ist es jetzt häufig richtig voll, zumindest in der Hauptsaison.

16:00 / 17:00 Uhr: Wir sind da wo wir übernachten. Richten uns ein. Trinken Kaffee, toben mit den Kindern, gehen an den Strand, …!

18:30 / 19:00 Uhr: Abendessen

20:00/21:00 Uhr: Unsere Kinder gehen schlafen, meist freiwillig.

22:30/23:00 Uhr: Wir hauen uns auch hin.

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